Kurzbeschreibung der Ist-Situation
Die SWLB als Betreiber der Wärmenetze in Ludwigsburg liefern ca. 100 GWh Wärme und versorgen dabei große Teile der Innenstadt. Das entspricht ca. 12 % des Gesamtwärmebedarfs der Kommune. Im Rahmen der Bestands- und Potenzialanalyse konnten sowohl Freiflächen zur Energiegewinnung (Geothermie, Solarthermie) als auch Oberflächengewässer und Abwasser in direkter Lage zu bebautem Gebiet identifiziert werden.
Es gibt große Bereiche die eine entsprechend hohe Wärmedichte aufweisen, sodass eine zentrale Versorgung über ein Wärmenetz als wirtschaftlich attraktiv eingeschätzt wird.
Die Klimaschutzziele des Landes Baden-Württemberg verlangen bis 2040 eine klimaneutrale Wärmeversorgung für das gesamte Kommunalgebiet. Die Stadt Ludwigsburg hat das Ziel einer klimaneutralen Energieversorgung bis 2035.
Im Rahmen von Machbarkeitsstudien nach der „Bundesförderung für effiziente Wärmenetze“ (BEW) können hier lokalspezifisch Rahmenbedingungen untersucht und die Umsetzung angetrieben werden. So wird die Grundlage für die Umsetzung von Wärmnetzen auf Basis erneuerbarer Energieträger geschaffen.
Zielfoto der kommunalen Wärmeplanung
Im Zielfoto (Zielszenario) für die klimaneutrale Wärmeversorgung im Jahr 2035 werden 78 % der Wärme über ein zentrales Versorgungssystem geliefert. Wärmenetze finden in unterschiedlichen Bereichen der Stadt Anwendung. Dabei stehen auch unterschiedliche Wärmequellen zur Verfügung.
Laut Zielfoto sollen Wärmenetze in Eglosheim, im Zentrum von Ludwigsburg, das sich über die Stadtteile West, Süd, Ost und Oßweil erstreckt, in Grünbühl, Hoheneck, Neckarweihingen und Poppenweiler aus- und aufgebaut werden.
Um die detaillierten Wärmenetze, die Erzeugungspotenziale sowie den Standort einer Energiezentrale zu ermitteln und eine Erschließungsstrategie auszuarbeiten ist eine vertiefende Machbarkeitsstudie notwendig. Diese soll für jedes perspektivische Netz und Gebiet ausgearbeitet werden.
Die Machbarkeitsstudie soll im Rahmen des Förderprogramms „Bundesförderung für effiziente Wärmenetze“ durchgeführt werden. Zunächst werden durch die Analyse des bestehenden Gebiets und einer Potenzialermittlung belastbare Aussagen zur Gestaltung eines Wärmenetzes geliefert. Hierbei wird auch ein Kostenrahmen erstellt. Des Weiteren gilt es, die zentralen Akteure zu identifizieren und einen Umsetzungsplan mit Fokus auf die Treibhausgasneutralität zu entwickeln. Mit einer breit aufgestellten Kommunikationskampagne können Menschen in Ludwigsburg frühzeitig partizipativ beteiligt werden.
Nach positivem Abschluss der Machbarkeitsstudie sollen die Ergebnisse als Grundlage in den weiteren Prozess zur koordinierten Erschließung dieses Potenzials einfließen.
2026: In Grünbühl Sonnenberg liegt die Planung für eine Hackschnitzelanlage mit Rauchgaskondensation und Abgaswärmepumpe vor. Diese Anlage hat eine Leistung von 2,1 MW und könnte den Großteil Grünbühls mit erneuerbarer Wärme abdecken. Da aber in Pattonville der Wärmetransformationsplan erstellt wird, wird eine Entscheidung zur Umsetzung der Anlage abgewartet. Es liegt nahe, Pattonville und Grünbühl-Sonnenberg aus einer größeren Anlage zu versorgen, um so Kosten einzusparen.
In Ludwigsburg (Verbund Ludwigsburg) beginnt die Planung einer Power-to-Heat Anlage in dem Parkhaus am Fuchshofquartier. Außerdem wurde Förderung für die Planung von Wärmepumpen beantragt, welche die Abwärme von Rechenzentren und der Kunsteisbahn als Wärmequelle nutzen. Sollten die SWLB den Förderbescheid erhalten, werden auch diese Anlagen geplant und mit hoher Wahrscheinlichkeit umgesetzt.
Die Transformationspläne Eglosheim und Ludwigsburg wurden abgeschlossen. Ein Investitionsförderantrag für den Ausbau des eglosherimer Netzes wurde beantragt und Ende des Jahres umgesetzt. Dauer des Netzausbaus sind 4 Jahre ab Eingang des Förderbescheids.
Der Netzausbauplan wird jährlich abgestimmt und entsprechend angepasst.
2025: Die Ausschreibung für die Leistungsphasen 2-4 Grünbühl-Sonnenberg hat stattgefunden und wurde vergeben. Die Planungen laufen nun an und sollen bis September 2025 abgeschlossen sein.
Im Verbundnetz Ludwigsburg ist die Ausschreibung für die Leistungsphasen 2-4 vorbereitet. Momentan wird die politische Entscheidungsfindung abgewartet. Die Ausschreibung kann ab Zeitpunkt der Veröffentlichung innerhalb von 7 Monaten durchgeführt werden.
Die Machbarkeitsstudien (Leistungsphase 1) für die Netze Neckarweihingen und Eglosheim befinden sich momentan in der Erstellung. Ziel ist ein Abschluss bis September 2025.
Die Netzausbauplanung für das erste Maßnahmenpaket 2026-2029 befindet sich momentan in Abstimmung zwischen SWLB und Stadt Ludwigsburg.
2024: Die Machbarkeitstudie (Leistungsphase 1) der SWLB für das Verbundetz Ludwigsburg-Kornwestheim ist seit Herbst 2024 abgeschlossen. Die Machbarkeitstudie (Leistungsphase 1) für das Netz Grünbühl-Sonnenberg ist seit Sommer 2024 abgeschlossen.
2023: Für die Transformationspläne für das Wärmenetz Grünbühl-Sonnenberg und das Verbundnetz wurden Förderanträge gestellt. Diese wurden bereits bewilligt und die Bearbeitung hat begonnen.
Für die Stadtteile Neckarweihingen, Poppenweiler, Eglosheim und Hoheneck werden in den kommenden Jahren ebenfalls Transformations- und Machbarkeitsstudien erstellt.